Eine schwangere Frau hält im geschützten Zuhause liebevoll ihren Babybauch. Ein ungestellter, intimer Moment in den letzten Tagen vor der Geburt, fotografiert von Doula und Geburtsfotografin Kasia Warpas in München.
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Dazwischen: Die letzten Tage vor der Geburt

Notizen einer Doula & Geburtsfotografin

Die letzten Tage der Schwangerschaft sind keine normalen Tage des Wartens. Es ist ein Stehen an der Schwelle.

Dein Körper fühlt sich schwer und müde an, und deine Gedanken verstreuen sich in alle Richtungen. Nichts passt mehr so wie sonst. Nicht die Kleidung, nicht der Schlaf, nicht der Alltag. Du wartest nicht nur auf Wehen. Du befindest dich zwischen der, die du warst, und der, die du bald sein wirst. Zwischen der Stille und dem ersten Schrei. Die Welt dreht sich weiter, aber du bist innerlich längst woanders. An einem Ort, der weder hier noch dort ist.

Im Deutschen gibt es das Wort „Zwischen“. 
Genau dort bist du jetzt: in einem Zustand des Übergangs. An der Schwelle.

Dort gibt es Spannung und gleichzeitig eine seltsame Ruhe.

Da ist der Wunsch, alles noch fertig zu machen und zugleich das tiefe Bedürfnis, für einen Moment einfach zu verschwinden. Allein zu sein. Gehalten zu werden. Nichts zu müssen.

Viele Frauen beschreiben es als eine von Angst und Unruhe geprägte Zeit. Doch was wäre, wenn du dich dafür entscheidest, diesen Teil deiner Schwangerschaft als eine ganz eigene, bewusste Phase zu betrachten? Nicht nur als das Ende der Schwangerschaft, sondern als den Beginn deines Körpers, weich zu werden und sich zu öffnen, um sich auf die allererste Wehe vorzubereiten.

Denn etwas geschieht schon jetzt, noch bevor die Geburt überhaupt beginnt. Nicht nur dein Körper beginnt sich zu öffnen, sondern auch dein Bewusstsein, deine Intuition und deine Feinfühligkeit.

Es ist nicht nur ein biologischer Prozess. Es ist ein innerer Übergang. Eine stille Initiation ins Muttersein von diesem Baby. Und wie jedes Übergangsritual braucht auch dieses Zeit. Schutz. Stille. Respekt. Keinen Druck, keine Eile. Und kein ständiges: „Und? Ist das Baby schon da?“

Sondern Vertrauen. Denn diese Zeit dazwischen ist keine verlorene Zeit. Es ist heilige Zeit. Ein langsames Hinabtauchen an den Ort, aus dem neues Leben entsteht.

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Die Zeit des Dazwischens und der Moment, in dem aus der Stille der erste Schrei wird – das sind die Augenblicke, die ich begleite. Als Doula und als Fotografin: Einblick in mein Portfolio.